
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
In den letzten Jahren wurden die Fahrpläne auf dem Eisenbahnnetz zugunsten besserer Angebote bei minimalen Fahrbahninvestitionen immer stärker verdichtet. Die Fahrplankonstruktion ist dementsprechend komplex, arbeitsaufwendig und fehleranfällig. Eine minimale Verspätung kann unter Umständen grosse Folgeverspätungen hervorrufen. Es stellt sich deshalb die Frage, wie gross die Fahrzeitreserven sein müssen, um einen möglichst stabilen Fahrplan zu erhalten, ohne unnötige und aufwendige Streckenkapazitäten zu "verschenken.
Heute ist es für die Konstruktion eines neuen Sollfahrplans üblich, die Daten bereits bestehender Sollfahrpläne als Ausgangsbasis zu verwenden. Da Fahrpläne jedoch oft ein paar Jahre im voraus gemacht werden, basieren diese nicht selten auf Fahrplänen, deren Durchführbarkeit noch nie in der Praxis erprobt wurde.
Da Istfahrpläne im Betrieb oft erheblich von den Sollfahrplänen abweichen, ist es unumgänglich, einen neuen Fahrplan nicht nur anhand bestehender Sollfahrpläne, sondern auch auf Istfahrplänen basierend zu konstruieren. Damit können notwendige Korrekturen aus der Erfahrung direkt in die Planung übernommen werden. Die Istfahrpläne erhält man aus Daten der Betriebsleitstellen. Somit werden (vermeintliche) Erfahrungswerte durch statistisch fundierte Daten ersetzt, um umsetzbare Sollfahrpläne zu garantieren und Grundlagen für ein effizientes Qualitätsmanagement zu erhalten.
Mit dieser Problematik beschäftigt sich das Forschungsprojekt OpenTimeTable. OpenTimeTable ist ein Werkzeug zur Analyse und Qualitätskontrolle von Fahrplänen. Dieses Projekt wird vom Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit der SBB AG Trassen-Management realisiert.
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| Dieser Screenshot zeigt die MacOS X - Version von OpenTimeTable |
Begriffe
Bei den SBB werden folgende Begriffe verwendet:
- SOLL: Geplante Fahrordnungen.
- IST: Effektiv gefahrener Fahrplan.
Grundkonzept
Mit Hilfe von OpenTimeTable sollen Abweichungen der im täglichen Betrieb gefahrenen Zugfahrten sichtbar gemacht werden. Die Basis dafür bildet entweder die laufende Erfassung der Zugstandorte durch die Betriebsleitzentralen (System SURF bei der SBB). Der Planer kann somit Probleme infolge regelmässig verspäteter Züge analysieren und notwendige Korrekturen in den neuen Fahrplan übernehmen.
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Dieses Beispiel veranschaulicht die wichtigsten Elemente der aktuellen Version von OpenTimeTable:
Das obere Bild stellt den Korridor zwischen Bern und Luzern dar. Die meisten Streckenabschnitte sind einspurig. Die roten Linien zeigen den SOLL-Fahrplan, die blauen Linien den Mittelwert der effektiv gefahrenen Zugläufe an.
Die grünen Flächen stellen den Platzbedarf der frühesten 95% der Zugläufe eines jeden Zuges dar. Die dunkelgrünen Bereiche stellen die Verspätungen (dieser 95% der Züge) über 5 Minuten dar.
Die unteren beiden Grafiken zeigen die Verteilungen der Ankunftsverspätungen in Bern und Luzern.
Die Grafik kann durch anklicken vergrössert werden. Ferner steht auch eine PDF-Version (1 MB) zum Download bereit.
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Funktionalität
Die verschiedenen Funktionen werden auf der folgenden Seite noch grafisch gezeigt.
Manuelle Analysen
- SOLL - IST - Vergleich (grafisch und tabellarisch).
- Mittelwert, Standardabweichung in einem Betriebspunkt, jeweils für die Ankunfts- und Abfahrtsverspätungen.
- Verspätungsverteilungen in Stationen.
- Verspätungen pro Tagesstunde, Wochentag, Woche und Monat.
- Analyse von Haltezeitüberschreitungen.
- Hüllkurve, welche den Platzbedarf aller Zugläufe eines Zuges anzeigt. Auf Wunsch lässt sich auch der Platzbedarf der besten n% der Zugläufe und der Platzbedarf aller Zugläufe mit einer mittleren Verspätung über einer frei definierbaren Limite anzeigen.
- Analyse der effektiv benutzten Trassen.
- Datenexport im ASCII und RailML-Format.
- Datenimport im RailML-Format (ca. Ende 2004 vorhanden).
Automatische Analysen
Mit diesem Modul werden die vorhandenen Daten automatisch auf vom Benutzer definierbare Kriterien überprüft und bei Bedarf gemeldet. So findet man beispielsweise alle Betriebspunkte, bei welchen die durchschnittliche Verspätung grösser als eine gewählte Limite ist. Das Modul ist webbasiert und erlaubt den Zugriff mittels eines gängigen Webbrowsers.
Dieses Modul ist nun in einer 1. Version verfügbar. Eine genauere Beschreibung folgt später.
Partner und Kunden
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SBB AG
I-TM-FP
Hochschulstrasse 6
CH - 3000 Bern 65
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ProRail
P.O. Box 2101
NL - 3500 Utrecht
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Systemanforderungen
Macintosh Version
Windows Version
- Pentium-III-Rechner oder besser mit Windows NT 4.x, 2000 oder XP
- 768 MB RAM oder mehr empfohlen
- 80 GB HD oder mehr empfohlen
- 21''-Monitor empfohlen
- Farbdrucker empfohlen (es werden nur Postscript-Drucker unterstützt)
- WebObjects 4.x (nicht WebObjects 5.x)
- WebObjects 5.2 für automatische Analysen
- FrontBase (E-Business oder E-Starter Lizenz)
Mit der E-Starter Lizenz von FrontBase dauert der Datenimport ca. 4 mal länger als mit der E-Business Lizenz.
Weitere Auskünfte
Weitere Informationen finden Sie auch im OpenTimeTable-Flyer (PDF-Format, 1.6 MB).
Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu OpenTimeTable haben, so setzen Sie sich doch mit mir in Verbindung:
ETH Zürich
Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme
Markus Ullius
ETH Hönggerberg
CH - 8093 Zürich
Tel: +41 1 633 24 15
Fax: +41 1 633 10 57
E-Mail: ullius@ivt.baug.ethz.ch
Mo, 30. Aug 2004
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